Nuts
Die Nuts sind die bestmögliche Hand, die mit den aktuellen Gemeinschaftskarten gebildet werden kann. Wer die Nuts hält, kann in diesem Moment von keiner anderen Hand geschlagen werden.
Was die Nuts sind
Die Nuts sind die stärkste Hand, die auf einem bestimmten Board überhaupt möglich ist. Hältst du sie, kann dich in diesem Moment niemand schlagen, höchstens kann ein Gegner dieselbe Hand haben und den Pot mit dir teilen. Der Begriff stammt laut einer verbreiteten Erzählung aus dem Wilden Westen: Spieler sollen die Muttern (englisch nuts) ihres Wagenrads als Pfand in den Pot gelegt haben, wenn sie sich ihrer Hand sicher waren. Belegt ist diese Geschichte allerdings nicht.
Die Nuts ändern sich mit jeder Karte
Wichtig ist, dass die Nuts nur für den aktuellen Stand gelten. Mit jeder neuen Karte kann eine andere Hand zur besten werden.
Beispiel:
- Flop K♠ 9♦ 4♣: Ohne Paar und ohne Flush- oder Straßenmöglichkeit sind die Nuts ein Drilling Könige, also ein Set mit K-K.
- Turn 10♠: Jetzt ist eine Straße möglich. Mit Q-J hast du K-Q-J-10-9, die Nuts.
- River 8♠: Jetzt liegen drei Pikkarten (K♠, 10♠, 8♠). Ein Flush schlägt die Straße. Ein Straight Flush ist unmöglich, weil die Neun auf dem Board Karo ist und zwei Handkarten die Lücken nicht füllen können. Die Nuts sind deshalb der Flush mit dem Ass: A♠ plus eine weitere Pikkarte.
Am River siehst du, warum sich das genaue Hinsehen lohnt: Wer am Turn noch die Nuts hatte, kann eine Karte später deutlich hinten liegen. Prüf immer, ob ein Paar auf dem Board liegt (dann sind Full House oder Vierling möglich) und ob drei Karten einer Farbe oder drei Karten in Folge liegen.
Nut Flush, Nut Straight und Second Nuts
- Nut Flush: der höchstmögliche Flush, meist mit dem Ass der Farbe. Liegt das Ass selbst auf dem Board, ist der König der Nut Flush.
- Nut Straight: die höchste mögliche Straße auf dem Board.
- Second Nuts: die zweitbeste mögliche Hand. Sie gewinnt sehr oft, kann aber gegen die Nuts teuer werden.
- Nut Draw: ein Draw, der beim Treffen die Nuts ergibt, etwa ein Flush-Draw mit dem Ass.
Nuts im Omaha
Im Omaha ist das Konzept noch wichtiger als im Hold’em. Weil jeder Spieler vier Karten hat, liegt die beste Hand am Showdown viel häufiger tatsächlich beim Gegner. Ein Flush ohne Ass oder eine niedrige Straße verliert dort regelmäßig. Viele Omaha-Spieler setzen deshalb auf dem River nur mit den Nuts oder sehr nahen Händen viel Geld ein.
Freeroll
Ein Sonderfall: Zwei Spieler haben beide die Nuts, aber einer kann noch verbessern. Beispiel: Beide haben eine Straße bis zum Ass, aber du hast zusätzlich einen Flush-Draw. Im schlechtesten Fall teilt ihr, im besten gewinnst du alles. Das nennt man einen Freeroll, nicht zu verwechseln mit dem Freeroll-Turnier ohne Buy-in.
Warum die Nuts für dich zählen
Wer die Nuts hält, kann maximal auf Value setzen, denn er muss keine Hand fürchten. Umgekehrt verrät ein Board, auf dem die Nuts leicht zu haben sind, dass große Einsätze des Gegners oft echt sind. Die Rangfolge aller Hände findest du bei den Pokerhänden, weitere Begriffe im Lexikon.