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Poker Regeln: Alles, was du für den Start brauchst

Poker Regeln einfach erklärt: Texas Hold'em, Omaha, Draw, Stud und Short Deck, dazu Ablauf einer Hand, Setzstrukturen sowie Cash Game und Turnier.

Von Stand 8 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

Poker ist eine Familie von Kartenspielen, bei denen du mit der besten Fünf-Karten-Hand oder einem erfolgreichen Bluff den Pot gewinnst. Die verbreitetste Variante ist Texas Hold'em: zwei verdeckte Karten pro Spieler, fünf offene Gemeinschaftskarten, vier Setzrunden. Die Rangfolge der Hände ist in fast allen Varianten gleich.

Poker Regeln in 60 Sekunden

  • Ziel: Du gewinnst den Pot, wenn du beim Showdown die beste Fünf-Karten-Hand zeigst oder wenn alle anderen vorher aussteigen.
  • Karten: Gespielt wird mit einem französischen Blatt aus 52 Karten. Die Farben ♠ ♥ ♦ ♣ sind gleichwertig.
  • Pflichteinsätze: Damit jede Hand einen Anreiz hat, zahlen zwei Spieler links vom Button die Blinds (Small Blind und Big Blind). In manchen Varianten zahlen alle eine Ante.
  • Setzrunden: Reihum entscheidest du dich für Check, Bet, Call, Raise oder Fold. Beim Texas Hold’em gibt es vier Setzrunden.
  • Handrangfolge: Von oben nach unten Royal Flush, Straight Flush, Vierling, Full House, Flush, Straße, Drilling, zwei Paare, ein Paar, höchste Karte. Alle Hände mit Beispielen findest du bei den Pokerhänden.
  • Setzstruktur: No Limit (alles erlaubt bis zum ganzen Stack), Pot Limit (maximal die Potgröße) oder Fixed Limit (feste Beträge).

Wenn du nur eine Variante lernen willst, nimm Texas Hold’em. Die vollständigen Regeln stehen auf unserer Seite Texas Hold’em Regeln.

Was Poker ausmacht

Poker ist kein einzelnes Spiel. Der Begriff fasst eine ganze Familie von Kartenspielen zusammen, die drei Dinge gemeinsam haben: Jeder Spieler bildet eine Hand aus fünf Karten, die Gegner kennen diese Hand nicht, und es wird in mehreren Runden um einen gemeinsamen Pot gesetzt. Weil niemand alle Karten sieht, kannst du auch mit einer schwachen Hand gewinnen, wenn du glaubhaft Stärke zeigst. Dieses Zusammenspiel aus Kartenglück, Mathematik und Psychologie unterscheidet Poker von reinen Glücksspielen wie Roulette.

Laut der deutschsprachigen Wikipedia gelten das deutsche Poch und das französische Poque als Vorläufer. Über New Orleans verbreitete sich das Spiel im 19. Jahrhundert in den USA. Texas Hold’em, heute die dominierende Form, wurde erst in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren durch Online-Poker und Fernsehübertragungen weltweit populär.

Die wichtigsten Pokervarianten im Überblick

Die Varianten lassen sich in drei Familien einteilen: Spiele mit Gemeinschaftskarten (Hold’em, Omaha), Draw-Spiele mit Kartentausch und Stud-Spiele mit teils offenen Karten.

Variante Familie Karten pro Spieler Gemeinschaftskarten Setzrunden Typische Setzstruktur Wo du sie findest
Texas Hold’em Gemeinschaftskarten 2 verdeckt 5 4 No Limit Fast überall, Standard bei Turnieren
Omaha (PLO) Gemeinschaftskarten 4 verdeckt (PLO5: 5) 5 4 Pot Limit Casinos, Online, High-Stakes-Serien
Short Deck (6+) Gemeinschaftskarten 2 verdeckt 5 4 No Limit oder Ante-only High-Roller-Serien, Asien
Five Card Draw Draw 5 verdeckt, einmal tauschen keine 2 Fixed Limit oder Pot Limit Heimspiele, Mixed Games
Seven Card Stud Stud 3 verdeckt, 4 offen keine 5 Fixed Limit Mixed Games, WSOP-Events

Texas Hold’em

Jeder Spieler bekommt zwei verdeckte Karten (Hole Cards). In drei Schritten kommen fünf offene Gemeinschaftskarten in die Tischmitte: drei auf dem Flop, je eine auf Turn und River. Aus den sieben verfügbaren Karten bildest du die beste Fünf-Karten-Kombination, wobei du beliebig viele deiner zwei Karten nutzen darfst, auch keine. Alle Details: Texas Hold’em Regeln.

Omaha

Der Ablauf entspricht Hold’em, du bekommst aber vier Karten statt zwei. Der Haken: Du musst genau zwei deiner Karten und genau drei vom Board verwenden. Weil vier Karten viele Kombinationen erlauben, sind die Hände im Schnitt deutlich stärker. Omaha wird fast immer als Pot Limit gespielt, daher die Abkürzung PLO. Mehr dazu auf der Seite Omaha Regeln.

Short Deck

Short Deck, auch Six Plus Hold’em genannt, verwendet nur 36 Karten: Alle Zweien bis Fünfen fliegen raus. Gespielt wird wie Hold’em, aber die Handrangfolge ändert sich. Ein Flush schlägt ein Full House, weil Flushes mit weniger Karten pro Farbe seltener werden. Das Ass kann die niedrigste Straße A-6-7-8-9 bilden. Ob ein Drilling eine Straße schlägt, regelt jeder Veranstalter selbst, deshalb lohnt sich vor dem ersten Spiel ein Blick in die Hausregeln.

Five Card Draw

Die klassische Variante aus Westernfilmen. Jeder bekommt fünf verdeckte Karten, nach einer ersten Setzrunde darfst du beliebig viele davon abwerfen und durch neue ersetzen. Danach folgt die zweite und letzte Setzrunde. Es gibt keine Gemeinschaftskarten, du siehst von deinen Gegnern also nur, wie viele Karten sie tauschen.

Seven Card Stud

Vor Hold’em war Stud die wichtigste Casino-Variante. Jeder Spieler erhält über mehrere Runden sieben Karten, nach dem Muster zwei verdeckt, vier offen, eine verdeckt. Statt Blinds zahlen alle eine Ante, und der Spieler mit der niedrigsten offenen Karte muss den ersten Einsatz bringen (Bring-in). Es gibt fünf Setzrunden. Weil jede Karte nur einmal im Spiel ist, merken sich gute Stud-Spieler die offenen Karten der Gegner.

So läuft eine Pokerhand ab

Unabhängig von der Variante folgt jede Hand demselben Grundmuster:

  1. Geben: Ein Dealer verteilt die Karten. Im Casino übernimmt das ein Croupier, im Heimspiel wechselt die Rolle. Der Dealer-Button markiert, wer nominell gibt, und wandert nach jeder Hand im Uhrzeigersinn weiter.
  2. Pflichteinsätze: Blinds oder Antes sorgen dafür, dass schon vor der ersten Entscheidung Geld im Pot liegt.
  3. Setzrunde: Reihum handelt jeder Spieler. Solange niemand gesetzt hat, darfst du checken (schieben) oder setzen. Liegt ein Einsatz vor, kannst du mitgehen, erhöhen oder aussteigen.
  4. Neue Karten: Je nach Variante kommen Gemeinschaftskarten, offene Karten oder getauschte Karten dazu, und es folgt die nächste Setzrunde.
  5. Showdown: Sind nach der letzten Setzrunde noch mindestens zwei Spieler dabei, werden die Karten aufgedeckt. Die beste Hand gewinnt, bei Gleichstand wird geteilt (Split Pot).

Steigen alle bis auf einen Spieler aus, endet die Hand sofort. Der verbliebene Spieler gewinnt den Pot, ohne seine Karten zeigen zu müssen. Genau darauf beruht der Bluff.

Die fünf Aktionen am Tisch

Aktion Deutsch Wann erlaubt Was passiert
Check Schieben Kein Einsatz in dieser Runde Du gibst das Wort weiter, ohne zu setzen
Bet Setzen Kein Einsatz in dieser Runde Du eröffnest mit einem Einsatz
Call Mitgehen Es liegt ein Einsatz vor Du zahlst den Betrag nach
Raise Erhöhen Es liegt ein Einsatz vor Du setzt mehr als den aktuellen Einsatz
Fold Aussteigen Immer, wenn du am Zug bist Du wirfst deine Karten weg und verlierst den Anspruch auf den Pot

Dazu kommt das All-in: Du setzt alle Chips, die vor dir liegen. Hast du weniger Chips als nötig, kannst du trotzdem all-in mitgehen. Du spielst dann nur um den Teil des Pots, den du abgedeckt hast, der Rest bildet einen Side Pot. Wie das genau funktioniert, rechnen wir bei den Texas Hold’em Regeln an einem Beispiel durch.

Setzstrukturen: No Limit, Pot Limit, Fixed Limit

Dieselbe Variante kann sich je nach Setzstruktur völlig anders anfühlen. Die Struktur steht deshalb immer im Namen des Spiels, etwa „No Limit Hold’em“ oder „Pot Limit Omaha“.

Struktur Mindesteinsatz Höchsteinsatz Typisch für
No Limit (NL) Big Blind; ein Raise mindestens so groß wie der vorherige Einsatz oder Raise Dein gesamter Stack Texas Hold’em, Short Deck
Pot Limit (PL) Wie No Limit Aktuelle Potgröße inklusive deines Calls Omaha
Fixed Limit (FL) Fester Betrag Fester Betrag, meist ein Einsatz plus drei oder vier Raises pro Runde Stud, Draw, Mixed Games

Bei Fixed Limit gibt es zwei Einsatzhöhen. In einem 2/4-€-Spiel betragen Bets und Raises in den ersten beiden Setzrunden 2 €, in den späteren 4 €. Laut Wikipedia begrenzen die meisten Casinos die Zahl der Erhöhungen pro Runde, im Heads-Up entfällt diese Grenze oft.

Bei Pot Limit rechnest du so: Erst zählst du den Betrag, den du zum Mitgehen brauchst, zum Pot dazu. Diesen neuen Pot darfst du dann zusätzlich setzen. Liegen 20 € im Pot und dein Gegner setzt 10 €, darfst du bis auf 50 € erhöhen (10 € Call, danach 40 € Pot). Eine ausführliche Rechnung steht bei den Omaha Regeln.

Cash Game und Turnier

Poker wird in zwei grundverschiedenen Formaten gespielt. Die Kartenregeln sind gleich, Ziel und Taktik unterscheiden sich stark.

Merkmal Cash Game Turnier
Chips Entsprechen echtem Geld Turnierchips ohne direkten Geldwert
Einstieg und Ausstieg Jederzeit, du kannst nachkaufen und aufstehen Fester Start, du spielst bis zum Ausscheiden oder Sieg
Blinds Bleiben gleich Steigen in festen Levels
Gewinn Was du am Tisch gewinnst Preisgeld nach Platzierung, meist für die besten 10 bis 15 %
Einsatz Variabler Stack (oft 100 Big Blinds) Fester Buy-in plus Gebühr
Hausanteil Rake aus jedem Pot oder Zeitgebühr Gebühr im Buy-in enthalten

Turniere haben eigene Regeln zu Re-entry, Late Registration, Bubble und Deals. Die wichtigsten Punkte und die Kernregeln der Tournament Directors Association (TDA) erklären wir auf der Seite Turnierregeln.

Die Rangfolge der Pokerhände

In allen gängigen Varianten außer Short Deck und den Lowball-Spielen gilt dieselbe Reihenfolge, von der stärksten zur schwächsten Hand:

Rang Hand Beispiel
1 Royal Flush A♠ K♠ Q♠ J♠ 10♠
2 Straight Flush 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
3 Vierling (Four of a Kind) Q♣ Q♦ Q♥ Q♠ 4♦
4 Full House J♠ J♥ J♦ 8♣ 8♠
5 Flush K♦ 10♦ 7♦ 4♦ 2♦
6 Straße (Straight) 10♣ 9♦ 8♠ 7♥ 6♣
7 Drilling (Three of a Kind) 7♠ 7♥ 7♣ K♦ 3♠
8 Zwei Paare A♥ A♣ 6♦ 6♠ 9♥
9 Ein Paar 10♥ 10♠ K♣ 8♦ 3♥
10 Höchste Karte A♦ J♣ 9♠ 6♥ 2♣

Wahrscheinlichkeiten, Kicker-Regeln und Gleichstandsfälle findest du auf der Seite Pokerhände: Reihenfolge und Wertigkeit.

Die Regel-Seiten im Überblick

  • Texas Hold’em Regeln: Blinds, Button, vier Setzrunden, Showdown, Side Pots und Etikette am Live-Tisch.
  • Pokerhände: Rangfolge, Wahrscheinlichkeiten, Kicker und Tie-Breaks.
  • Omaha Regeln: Pot Limit Omaha, die Zwei-plus-drei-Regel, Hi/Lo und PLO5.
  • Turnierregeln: Buy-in, Blind-Levels, Re-entry, Bubble, Final Table und TDA-Regeln.
  • Chips-Verteilung: Rechner und Tabellen für deinen Pokerabend zu Hause.
  • Poker-Lexikon: alle Fachbegriffe von All-in bis Value Bet.

Spielen mit Geldeinsatz

Poker ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz streng reguliert. Wer um Geld spielt, sollte die Rechtslage kennen: Nach § 284 StGB ist öffentliches Glücksspiel ohne behördliche Erlaubnis strafbar, und auch gewohnheitsmäßige Runden in Vereinen gelten als öffentlich. Eine Einordnung für Online- und Heimspiele findest du unter Ist Online-Poker in Deutschland legal?. Setz dir Limits und spiel nur mit Geld, dessen Verlust dich nicht belastet. Hilfe und Selbsttests gibt es unter Verantwortungsvoll spielen.

Häufige Fragen

Wie viele Spieler braucht man für Poker?

Texas Hold'em funktioniert ab zwei Spielern (Heads-Up). Üblich sind 6 Spieler an einem Short-Handed-Tisch oder 9 bis 10 Spieler an einem vollen Tisch. Mit einem 52-Karten-Deck sind beim Hold'em theoretisch bis zu 22 Spieler möglich, sinnvoll ist das aber nicht.

Welche Pokervariante sollte ich als Anfänger lernen?

Texas Hold'em No Limit. Es ist die Variante, die in Casinos, bei Turnieren und im Fernsehen fast immer gespielt wird. Wer Hold'em kann, lernt Omaha oder Short Deck in kurzer Zeit dazu, weil Ablauf und Handrangfolge weitgehend gleich bleiben.

Haben die Farben beim Poker einen Rang?

Nein. Pik, Herz, Karo und Kreuz sind gleichwertig. Haben zwei Spieler exakt dieselbe Hand, etwa beide einen Flush mit identischen Kartenwerten, wird der Pot geteilt. Die Farbe entscheidet höchstens bei Hilfsregeln wie der Vergabe der Button-Position.

Was ist der Unterschied zwischen No Limit und Pot Limit?

Bei No Limit darfst du jederzeit deinen gesamten Stack setzen. Bei Pot Limit ist dein Einsatz auf die aktuelle Potgröße begrenzt, wobei der Betrag für dein eigenes Mitgehen zum Pot gezählt wird. Pot Limit ist vor allem bei Omaha Standard.

Darf ich in Deutschland privat um Geld pokern?

Das hängt vom Einzelfall ab. Öffentliches Glücksspiel ohne behördliche Erlaubnis ist nach § 284 StGB strafbar, und auch regelmäßige Runden in Vereinen oder geschlossenen Gesellschaften können darunter fallen. Spiel ohne Geldeinsatz ist unproblematisch. Details erklären wir auf unserer Rechtsseite.

Gibt es die Poker Regeln als PDF zum Ausdrucken?

Eine druckbare Übersicht mit Ablauf und Handrangfolge ist in Arbeit und wird auf dieser Seite sowie bei den Pokerhänden verlinkt, sobald sie fertig ist.

Quellen

  1. Poker, Wikipedia (de)
  2. Betting in poker, Wikipedia (en)
  3. Robert's Rules of Poker (Version 13), Robert Ciaffone / Poker MavensPrimärquelle
  4. Six-plus hold 'em, Wikipedia (en)
  5. Seven-card stud, Wikipedia (en)
  6. § 284 StGB Unerlaubte Veranstaltung eines Glücksspiels, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)Primärquelle

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