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♣ Lexikon

Pot Odds

Pot Odds beschreiben das Verhältnis zwischen dem Betrag, den du zum Mitgehen zahlen musst, und dem Pot, den du gewinnen kannst. Daraus ergibt sich, wie oft deine Hand gewinnen muss, damit sich ein Call lohnt.

Stand 18.10.2026

Die Idee hinter Pot Odds

Jeder Call ist eine kleine Investition. Du zahlst einen Betrag und bekommst dafür die Chance auf den Pot. Pot Odds sagen dir, wie gut das Angebot ist, das dir dein Gegner mit seinem Einsatz macht. Je kleiner der Einsatz im Verhältnis zum Pot, desto seltener musst du gewinnen, damit sich das Mitgehen auf lange Sicht rechnet.

So berechnest du Pot Odds

Du brauchst zwei Zahlen: den Betrag, den du zahlen musst, und den Pot, der nach deinem Call in der Mitte liegt.

Benötigte Gewinnchance = Call ÷ (Pot inklusive Einsatz des Gegners + dein Call)

Beispiel 1: Im Pot liegen 100 €. Dein Gegner setzt 50 €. Jetzt liegen 150 € in der Mitte, und du musst 50 € zahlen. Nach deinem Call sind es 200 €. 50 ÷ 200 = 25 Prozent. Du musst also in mindestens einem von vier Fällen gewinnen.

Beispiel 2: Gleicher Pot, aber dein Gegner setzt 100 € (Pot-Size-Bet). Du zahlst 100 €, um am Ende 300 € zu haben. 100 ÷ 300 = 33 Prozent.

Beispiel 3: Dein Gegner setzt nur 25 € in einen Pot von 100 €. Du zahlst 25 € für einen Pot von 150 €. 25 ÷ 150 = knapp 17 Prozent.

Viele Spieler drücken Pot Odds als Verhältnis aus. In Beispiel 1 bekommst du 150 zu 50, also 3 zu 1. Beides bedeutet dasselbe: Bei 3 zu 1 musst du einmal in vier Versuchen gewinnen.

Typische Einsatzgrößen auf einen Blick

Einsatz des Gegners Benötigte Gewinnchance
1/4 Pot 16,7 %
1/3 Pot 20 %
1/2 Pot 25 %
2/3 Pot 28,6 %
3/4 Pot 30 %
Pot 33,3 %
2 × Pot (Overbet) 40 %

Pot Odds und Outs zusammen

Richtig nützlich werden Pot Odds erst im Vergleich mit deiner Gewinnchance. Hast du einen Draw, zählst du deine Outs, also die Karten, die deine Hand zur wahrscheinlich besten machen. Mit der Faustregel „Outs mal 2“ für eine kommende Karte bekommst du eine grobe Prozentzahl.

Beispiel: Du hast am Turn einen Flush-Draw mit 9 Outs. Auf dem River triffst du in etwa 9 von 46 Fällen, das sind rund 19,6 Prozent. Setzt dein Gegner den halben Pot, brauchst du 25 Prozent. Der Call ist allein nach Pot Odds zu teuer. Setzt er nur ein Viertel des Pots, reichen 16,7 Prozent, und der Call lohnt sich.

Implied Odds und Reverse Implied Odds

Pot Odds betrachten nur das Geld, das jetzt im Pot liegt. Oft kannst du aber mehr gewinnen, wenn du triffst, weil dein Gegner danach noch einzahlt. Das nennt man Implied Odds. Sie rechtfertigen manchmal Calls, die nach reinen Pot Odds knapp zu teuer sind. Das Gegenstück sind Reverse Implied Odds: Triffst du eine Hand, die trotzdem verliert, etwa einen kleinen Flush gegen einen größeren, zahlst du später drauf.

Wichtige Grenzen

Pot Odds sind ein Werkzeug für die Entscheidung im Moment. Sie sagen nichts darüber, ob deine Outs wirklich sauber sind, ob dein Gegner blufft oder ob du später noch weitere Einsätze zahlen musst. Im Turnier kommt außerdem der ICM-Effekt dazu, der Chips je nach Situation mehr oder weniger wertvoll macht.

Mehr Grundlagen findest du bei den Texas Hold’em Regeln und im Lexikon.

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