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♣ Lexikon

Bubble

Die Bubble ist die Phase eines Turniers kurz vor den bezahlten Plätzen. Der Spieler, der als Letzter vor dem Preisgeld ausscheidet, ist der Bubble Boy und geht leer aus.

Stand 18.10.2026

Was die Bubble ist

In fast jedem Pokerturnier bekommen nur die besten 10 bis 15 Prozent des Feldes Preisgeld. Die Bubble ist die Phase, in der nur noch wenige Spieler fehlen, bis alle Verbliebenen im Geld sind. Wer genau einen Platz vor dem ersten bezahlten Rang ausscheidet, ist der Bubble Boy. Er hat oft viele Stunden gespielt und geht trotzdem ohne Preisgeld nach Hause. Sobald dieser Spieler ausgeschieden ist, „platzt“ die Bubble, und alle anderen sind ITM, also in the money.

Ein Beispiel

Ein Turnier hat 180 Teilnehmer, bezahlt werden 27 Plätze. Bei 28 verbliebenen Spielern ist das Turnier auf der Bubble. Der nächste Spieler, der ausscheidet, bekommt nichts, alle anderen erhalten mindestens den Mindestgewinn. In Turnierberichten liest du dann Sätze wie „Die Bubble platzte nach knapp sieben Stunden“.

Hand-for-Hand-Spiel

Kurz vor der Bubble wechselt die Turnierleitung meist in den Hand-for-Hand-Modus. Alle Tische spielen dann jede Hand gleichzeitig. Ein Tisch, der fertig ist, wartet auf die anderen, bevor die nächste Hand ausgeteilt wird. So kann niemand durch absichtlich langsames Spielen abwarten, bis an einem anderen Tisch jemand ausscheidet.

Weil dieses Verfahren Zeit kostet, wird die Turnieruhr angepasst. Laut der Zusammenfassung der TDA-Regeln von 2024 auf SoMuchPoker werden pro Hand nun drei Minuten von der Uhr abgezogen, vorher waren es zwei. Scheiden in derselben Hand-for-Hand-Runde mehrere Spieler an verschiedenen Tischen aus, teilen sie sich in der Regel die betroffenen Plätze und das Preisgeld.

Warum sich die Taktik ändert

An der Bubble ändert sich der Wert der Chips. Ein Ausscheiden kostet dich die komplette Chance auf Preisgeld, ein Verdoppeln bringt dir dagegen vergleichsweise wenig zusätzlichen Geldwert. Das beschreibt das Independent Chip Model, kurz ICM.

Daraus ergeben sich typische Muster:

  • Mittlere Stacks spielen vorsichtiger, weil sie mit einem Fold fast sicher ins Geld kommen.
  • Große Stacks nutzen das aus und erhöhen häufiger, weil Gegner nur mit sehr starken Händen mitgehen.
  • Short Stacks stehen unter Druck. Sie müssen manchmal all-in gehen, um nicht von den Blinds aufgefressen zu werden, hoffen aber gleichzeitig, dass ein anderer Short Stack zuerst ausscheidet.

Wie stark sich die Taktik verschiebt, hängt von der Preisgeldstruktur ab. Bei Satellites, in denen alle Plätze im Geld dasselbe Ticket bekommen, ist der Effekt am größten.

Bubble Protection und Bubble Prizes

Manche Veranstalter mildern das Bubble-Risiko ab. Bei Online-Turnieren gibt es gelegentlich eine Bubble Protection, bei der der Bubble Boy seinen Buy-in zurückbekommt. Live sammeln Spieler am Tisch manchmal freiwillig Geld für den Bubble Boy, damit er wenigstens sein Startgeld zurückerhält. Solche Absprachen brauchen die Zustimmung aller Beteiligten und der Turnierleitung.

Weitere Bubbles im Turnier

Der Begriff wird auch für andere Schwellen verwendet. Die Final-Table-Bubble ist der Moment, in dem der letzte Spieler vor dem Finaltisch ausscheidet. Bei Satellites spricht man von der Ticket-Bubble, bei mehrtägigen Turnieren gelegentlich von der Day-2-Bubble.

Mehr zu Ablauf und Regeln von Turnieren findest du bei den Turnierregeln, weitere Fachbegriffe im Lexikon.

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