Starthände im Texas Hold'em
Die 169 Starthände im Texas Hold'em erklärt: Paare, suited und offsuit, Tabelle von Premium bis Fold, Spitznamen wie Big Slick und Auswahl nach Position.
Auf einen Blick
Im Texas Hold'em gibt es 1.326 mögliche Kombinationen aus zwei Karten, die sich auf 169 unterschiedliche Starthände reduzieren: 13 Paare, 78 suited und 78 offsuit Hände. Die stärksten sind Asse, Könige, Damen und Ass-König. Welche Hände du spielst, hängt vor allem von deiner Position am Tisch ab.
169 Starthände statt 1.326 Kombinationen
Beim Texas Hold’em bekommst du zwei verdeckte Karten, die Hole Cards. Aus einem Deck mit 52 Karten ergeben sich laut der englischsprachigen Wikipedia 1.326 mögliche Kombinationen. Für die Strategie spielt die Farbe vor dem Flop aber keine Rolle: A♠ K♠ ist genauso stark wie A♥ K♥. Deshalb fasst man gleichwertige Kombinationen zusammen und landet bei 169 unterschiedlichen Starthänden.
| Gruppe | Beispiel | Anzahl Hände | Kombinationen je Hand | Kombinationen gesamt | Anteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Pocket Pairs | 9♠ 9♦ | 13 | 6 | 78 | 5,9 % |
| Suited (gleiche Farbe) | K♥ J♥ | 78 | 4 | 312 | 23,5 % |
| Offsuit (verschiedene Farben) | K♥ J♣ | 78 | 12 | 936 | 70,6 % |
| Summe | 169 | 1.326 | 100 % |
Die Anteile haben wir aus den Kombinationen selbst berechnet. Sie zeigen, warum ein Pocket Pair etwas Besonderes ist: Du bekommst eines im Schnitt nur einmal in 17 Händen. Ein bestimmtes Paar wie die Asse kommt sogar nur einmal in 221 Händen.
Wie oft du welche Hand bekommst
Aus den Kombinationen lässt sich direkt ablesen, wie selten die guten Hände sind. Die Werte haben wir aus den 1.326 Kombinationen berechnet:
| Hand | Kombinationen | Wahrscheinlichkeit | Im Schnitt einmal in |
|---|---|---|---|
| Ein bestimmtes Paar, etwa A-A | 6 | 0,45 % | 221 Händen |
| Irgendein Pocket Pair | 78 | 5,9 % | 17 Händen |
| A-K, egal welche Farben | 16 | 1,2 % | 83 Händen |
| A-K suited | 4 | 0,3 % | 332 Händen |
| AA, KK, QQ oder AK | 34 | 2,6 % | 39 Händen |
| Mindestens ein Ass | 198 | 14,9 % | 7 Händen |
| Zwei Karten gleicher Farbe | 312 | 23,5 % | 4 Händen |
Eine der vier stärksten Hände bekommst du also nur etwa einmal in 39 Händen, und dazwischen können lange Strecken ohne jede spielbare Karte liegen. Wer aus Ungeduld schwache Hände mitspielt, verliert dabei meist mehr, als die guten Hände später zurückholen. Geduld gehört zur Starthand-Auswahl dazu.
So liest du die Kurzschreibweise
In Tabellen, Büchern und Trainingsprogrammen werden Starthände abgekürzt:
- AA, KK, 77: Pocket Pairs, also zwei Karten gleichen Werts.
- AKs: Ass und König in derselben Farbe (s für suited).
- AKo: Ass und König in verschiedenen Farben (o für offsuit).
- T: steht für die Zehn, damit jede Karte nur ein Zeichen braucht. T9s ist also 10-9 suited.
- A5s+ oder 77+: Das Plus heißt „und alle besseren Hände dieser Art“. 77+ umfasst 77, 88, 99 bis AA.
Was die Farben bringen, wird oft überschätzt. Eine suited Hand trifft einen Flush selten. Sie hat aber ein paar Prozentpunkte mehr Gewinnchance als dieselbe Hand offsuit. Wie sich solche Werte berechnen, zeigen wir bei den Wahrscheinlichkeiten.
Starthände in fünf Klassen
Die folgende Einteilung ist unsere eigene Vereinfachung für einen vollen Tisch mit 8 bis 10 Spielern und tiefe Stacks im No Limit Hold’em. Sie lehnt sich an bekannte Ranglisten an. David Sklansky und Mason Malmuth haben die Hände in nummerierte Gruppen sortiert, Phil Hellmuth nennt laut Wikipedia AA, KK, AKs, QQ und AK als seine Spitzengruppe.
| Klasse | Hände | Beispiel | Was du meistens tust |
|---|---|---|---|
| Premium | AA, KK, QQ, AKs, AKo | A♠ A♥ | Erhöhen, auf Erhöhungen erneut erhöhen |
| Stark | JJ, TT, AQs, AQo, AJs, KQs | A♦ Q♦ | Erhöhen aus jeder Position |
| Spielbar | 99, 88, 77, ATs, KJs, QJs, JTs, AJo, KQo | Q♣ J♣ | Aus mittlerer und später Position erhöhen |
| Spekulativ | 66 bis 22, A9s bis A2s, suited Connectors wie T9s, 98s, 87s, 76s, 65s | 7♥ 6♥ | Nur günstig und in später Position, Ziel ist ein Set, Flush oder eine Straße |
| Fold | Schwache offsuit Hände wie K7o, Q5o, J4o, 94o, 83o, 72o | 7♠ 2♦ | Wegwerfen |
Die spekulativen Hände leben davon, dass sie selten, dann aber stark treffen. Ein kleines Paar verbessert sich auf dem Flop nur in rund jedem achten Fall zum Set. Das lohnt sich nur, wenn du billig in die Hand kommst und viel gewinnen kannst, wenn du triffst.
Typische Fallen bei Starthänden
- Dominierte Hände: A♣ 8♦ sieht nach einem Ass gut aus. Trifft ein Ass auf dem Flop und dein Gegner hält A-K, verlierst du wegen des schwächeren Kickers viel Geld. Hände wie A8o, KTo oder QTo sind deshalb oft schwächer, als sie wirken.
- Jede suited Hand spielen: J♥ 3♥ ist suited, aber trotzdem schwach. Die Farbe allein macht eine Hand nicht spielbar.
- Mittlere Paare überschätzen: 99 ist ein solides Paar. Liegen auf dem Flop zwei oder drei höhere Karten, ist es nur noch ein mittelmäßiges Paar.
- Zu viele Hände limpen: Wer nur den Big Blind bezahlt (Limp), lädt alle Spieler hinter sich ein. Spielbare Hände werden in der Regel erhöht oder weggeworfen.
Position verändert alles
Die gleiche Hand ist je nach Sitzplatz unterschiedlich viel wert. Wer früh handeln muss, etwa Under the Gun direkt links vom Big Blind, hat noch viele Gegner hinter sich, die eine starke Hand halten könnten. Am Button handelst du nach dem Flop als Letzter und siehst vor jeder Entscheidung, was die anderen getan haben. Deshalb spielst du am Button deutlich mehr Hände als in früher Position. Wie die Positionen heißen und was sie ausmachen, erklären wir ausführlich bei den Positionen.
Eine Faustregel für den vollen Tisch:
- Frühe Position: nur Premium und Stark.
- Mittlere Position: dazu die spielbaren Hände.
- Cutoff und Button: dazu viele spekulative Hände, wenn noch niemand erhöht hat.
- Small Blind: eher eng spielen, weil du nach dem Flop zuerst handelst.
- Big Blind: Du hast schon einen Einsatz im Pot und kannst nach einer Erhöhung öfter mitgehen.
An einem Tisch mit sechs Spielern fallen die frühen Positionen weg. Du spielst dann insgesamt mehr Hände.
Starthand-Tabelle zum Ausdrucken
Diese Übersicht passt auf eine Karteikarte. Sie gilt für die Situation, dass vor dir noch niemand erhöht hat, und ist eine Orientierung für Einsteiger im No Limit Hold’em.
| Position | Paare | Ass-Hände | Andere suited Hände | Andere offsuit Hände |
|---|---|---|---|---|
| Früh (UTG, UTG+1) | 77+ | ATs+, AQo+ | KQs | keine |
| Mittel (Lojack, Hijack) | 55+ | A9s+, AJo+ | KJs+, QJs, JTs | KQo |
| Cutoff | 22+ | A2s+, ATo+ | KTs+, QTs+, JTs, T9s, 98s | KJo+, QJo |
| Button | 22+ | A2s+, A8o+ | K9s+, Q9s+, J9s+, T9s, 98s, 87s, 76s, 65s | KTo+, QTo+, JTo |
| Small Blind | 22+ | A2s+, ATo+ | KTs+, QTs+, JTs, T9s | KJo+ |
Wenn du die Tabelle als Matrix nachbaust, nimm 13 mal 13 Felder mit den Werten A bis 2 an beiden Achsen. Auf der Diagonale stehen die Paare, oberhalb die suited Hände, unterhalb die offsuit Hände. So siehst du auf einen Blick, wie groß deine Range in jeder Position ist.
Spitznamen der Starthände
Viele Starthände haben im Englischen eigene Namen. Die Wikipedia-Liste der Spitznamen enthält Dutzende Einträge. Die bekanntesten:
| Hand | Beispiel | Spitzname | Hintergrund |
|---|---|---|---|
| A-A | A♥ A♦ | American Airlines, Pocket Rockets | Zwei A wie die Abkürzung der Airline |
| K-K | K♠ K♣ | Cowboys | Verbreiteter US-Slang für die Könige |
| Q-Q | Q♥ Q♦ | Ladies | Zwei Damen |
| J-J | J♠ J♥ | Fishhooks | Das J sieht aus wie ein Angelhaken |
| 8-8 | 8♦ 8♣ | Snowmen | Die Acht als Schneemann |
| 2-2 | 2♠ 2♥ | Ducks | Die Zwei sieht aus wie eine Ente |
| A-K | A♠ K♥ | Big Slick, Anna Kournikova | Sieht gut aus, gewinnt ohne Treffer selten |
| A-Q | A♣ Q♦ | Big Chick, Little Slick | Kleine Schwester von Big Slick |
| A-8 | A♠ 8♣ | Dead Man’s Hand | Laut Wikipedia die Hand von Wild Bill Hickok, als er 1876 erschossen wurde |
| 10-2 | 10♦ 2♣ | Doyle Brunson, Texas Dolly | Nach dem Spitznamen der Pokerlegende |
| J-5 | J♣ 5♥ | Jackson Five | Wortspiel aus Jack und Five |
| 7-2 offsuit | 7♠ 2♦ | The Hammer, Beer Hand | Gilt als schwächste Starthand |
Die Wikipedia-Liste ist laut eigenem Hinweis nur teilweise belegt. Die Namen oben sind am Tisch und in Übertragungen aber verbreitet.
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Wer mit welcher Hand gewinnt, steht bei den Pokerhänden. Wie die Starthände in anderen Spielen aussehen, zeigt der Überblick über die Poker-Varianten. Beim Omaha mit vier Karten gelten ganz andere Maßstäbe. Den Einstieg Schritt für Schritt findest du unter Poker lernen, Fachbegriffe im Lexikon.
Häufige Fragen
Wie viele Starthände gibt es beim Texas Hold'em?
Es gibt 1.326 Kombinationen aus zwei Karten. Weil die Farben keinen Rang haben, bleiben 169 strategisch unterschiedliche Starthände: 13 Pocket Pairs, 78 suited Hände (gleiche Farbe) und 78 offsuit Hände (verschiedene Farben).
Was ist die beste Starthand im Poker?
Ein Paar Asse, im Englischen Pocket Rockets oder American Airlines genannt. Es gibt sechs Kombinationen davon, du bekommst die Hand im Schnitt einmal in 221 Händen.
Was ist die schlechteste Starthand?
Als schlechteste Hand gilt 7-2 offsuit. Mit den beiden Karten kannst du keine Straße gemeinsam bilden, keinen Flush, und beide Karten sind niedrig. Ihr Spitzname ist The Hammer.
Was bedeutet suited und offsuit?
Suited heißt, beide Karten haben dieselbe Farbe, etwa A♠ K♠. Offsuit heißt verschiedene Farben, etwa A♠ K♦. In Tabellen steht dafür ein kleines s oder o hinter der Hand, also AKs und AKo.
Warum heißt Ass-König Big Slick?
Der Name ist Pokerslang aus den USA und wird für Ass-König in jeder Farbkombination verwendet. Die Hand sieht stark aus, ist ohne Treffer auf dem Flop aber nur ein Ass hoch. Daher kommt auch der Spottname Anna Kournikova: sieht gut aus, gewinnt selten.
Muss ich mich an eine Starthand-Tabelle halten?
Für den Anfang hilft sie sehr, weil du damit die teuersten Fehler vermeidest. Mit mehr Erfahrung passt du deine Auswahl an Gegner, Stackgrößen und Spielform an. Die Tabelle bleibt dabei dein Ausgangspunkt.
Quellen
- Texas hold 'em starting hands, Wikipedia (en)
- List of poker hand nicknames, Wikipedia (en)
- Texas Hold'em, Wikipedia (de)
Stand 23.10.2026. Recherche mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft. So arbeiten wir · Fehler melden